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Knorpelschaden / Arthrose

Anatomie:

OP_IMG_0045.jpg Wie bei anderen Gelenken auch sind die im Gelenk gegenüberliegenden Knochenanteile von Knorpel überzogen. Diese glatte, feste und elastische Schicht sorgt dafür, dass sich das Gelenk leicht und reibungsfrei bewegen lässt.

Schädigung:

Schädigungen des Knorpels können akut als Verletzungsfolge und chronisch als Verschleisserkankung auftreten. Bei den akuten Schädigungen wird meist an nur einer Stelle des Gelenks infolge von Gewalteinwirkung bei Verletzungen ein mehr oder weniger grosses Stück des Knorpelüberzugs herausgesprengt.

Bei den chronischen, infolge Abnutzung entstandenen Knorpeldefekten handelt es sich meistens um grossflächigere, an verschiedenen Stellen befindliche Schäden. Man unterscheidet vier verschiedene Schweregrade in Bezug auf die Tiefe der Schädigung. Grad eins bedeutet lediglich eine Erweichung des Knorpels, Grad zwei eine Aufrauhung der Oberfläche, Grad drei ein kraterförmiger Defekt und Grad vier das Fehlen der gesamten Knorpelschicht bis zum Knochen. Sind solche Schädigungen ausgedehnt, spricht man von Arthrose.

Beschwerden:

Bei akuten Verletzungen bestehen üblicherweise Schmerzen bei Belastung und manchmal auch in Ruhe. Das Knie ist oft angeschwollen und mit Flüssigkeit (Erguss) gefüllt. Wenn ein abgelöstes Knorpelstück eingeklemmt wird, spricht man von einer Blockade, d. h. das Knie lässt sich nicht mehr vollständig strecken oder beugen.

Behandlung:

Bei einer arthroskopischen Operation lässt sich dieses Fragment vor allem bei jungen Patienten wieder fixieren. Falls das nicht möglich ist, wird das abgelöste Fragment entfernt und der Defekt so behandelt, dass sich nach Möglichkeit hier wieder Knorpel oder Knorpelersatzgewebe bildet. Dazu gibt es die Möglichkeit der "microfracture"-Behandlung. Dieses Verfahren wurde von dem amerikanischen Chirurgen Dr. Richard Steadman in Vail (http://www.steadman-hawkins.com) entwickelt. Dabei werden mit einem speziellen Instrument mehrere Löcher in den freiliegenden Knochen eingebracht. Hierdurch soll die Bildung eines Ersatzgewebes angeregt werden. Schliesslich kann man in geeigneten Fällen eine Probe von intaktem Knorpelgewebe entnehmen und zur Anzüchtung und Vermehrung von Knorpelzellen an ein Speziallabor einschicken. Die so gewonnenen Knorpelzellen werden in einem zweiten Eingriff dann in den Knorpeldefekt eingebracht (autologe Chondrocyten-Implantation, http://www.codon.de).

Nachbehandlung (Rehabilitation):

Wurde lediglich eine Knorpelglättung durchgeführt, so kann das Knie anschliessend so bewegt und belastet werden, wie es dem Patienten angenehm ist. Krankengymnastik (Physiotherapie) muss durchgeführt werden um das volle Bewegungsausmass wiederzuerlangen und um die Muskulatur v. a. des Oberschenkels zu kräftigen. Je nach Ausmass des Schadens ist eine zusätzliche Behandlung mit "Artrostar" (u. a. Chondroitin und Glukosamin)und/oder Injektion von speziellen Medikamenten (Hyaluronsäure) sinnvoll.

Bei Refixation abgelöster Fragmente und bei Behandlung von bis auf den darunterliegenden Knochen reichenden Knorpeldefekten mittels microfracture oder Knorpeltransplantation ist normalerweise eine vollständige Entlastung für 4 Wochen und eine 50%-Teilbelastung für weitere 2 Wochen erforderlich. Das bedeutet die Benutzung von Gehstöcken für 6 Wochen. In dieser Zeit muss intensive Krankengymnastik durchgeführt werden. Ausserdem soll das behandelte Kniegelenk mehrere Stunden täglich auf einer motorgetriebenen Bewegungsschiene (CPM, Continuos passive motion) bewegt werden.

Arbeitsunfähigkeit:

Je nach körperlicher Belastung im Beruf. Leichte Schreibtischtäigkeit ist bereits nach einigen Tagen möglich. Allerdings können keine grösseren Gegenstände getragen werden, da ja zwei Gehstöcke benutzt werden müssen. Ausserdem sollte genügend Zeit zur Verfügung stehen um die intensive Physiotherapie durchführen zu können. In Berufen mit hoher körperlicher Belastung, wie z. B. Gehen auf unebenem Gelände, Klettern, Leitersteigen und Tragen schwerer Lasten, kann die Arbeitsunfähigkeit 2 bis 4 Monate betragen.

Sport:

Die sportliche Belastbarkeit nach Operationen des Gelenkknorpels kann sehr unterschiedlich sein. Sie wird sehr stark vom Zustand der Muskulatur beeinflusst. Prinzipiell sollten sog. Stop-and-go-Belastungen, wie z. B. Tennis und Fussball, vermieden werden. Günstig sind Belastungen mit gleichmässigen Bewegungen und ohne volles Körpergewicht, wie z. B. Schwimmen und Radfahren.

 

 
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